Ja zur Inklusion

Menschen mit Lernschwierigkeiten profitieren von personenzentrierter Technologie (Erasmus) 01.09.2019 - 30.11.2020


Wir freuen uns sehr, dass das Projekt „Spezifische Ansätze, um von personenzentrierter Technologie zu profitieren“, das die Lebenshilfe Salzburg bei der europäischen Förderschiene Erasmus Plus eingereicht hat, genehmigt wurde und ausgezeichnete Bewertungen von den ExpertInnen erhielt.

Es ist bereits das zweite Projekt eines Konsortiums aus sieben österreichischen Lebenshilfe-Organisationen, die sich auf den Weg gemacht haben, um Menschen mit Lernschwierigkeiten einen besseren Zugang zur digitalen Welt, mehr Teilhabemöglichkeiten in unserer modernen Gesellschaft sowie mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität zu ermöglichen.

Technik spielt im Alltag in fast allen Lebensbereichen eine große Rolle und verändert die Art, wie wir leben, arbeiten und kommunizieren. Menschen mit Beeinträchtigung kann sie helfen, Barrieren zu überwinden und mehr Autonomie und Selbstbestimmung zu erlangen. Leider haben Menschen mit Beeinträchtigung deutlich wenig Zugang zu Alltags- und assistierender Technologie als andere.

Das Lernen von internationalen Best-Practice Ansätzen hilft uns, diese digitale Kluft zu überwinden. Wir bauen darauf auf, was wir im Projekt „Mehr Lebensqualität durch personenzentrierte Technologie“ gelernt haben, verbreitern und vertiefen unser Wissen

  • zu Bewusstseinsbildung und Fortbildung für Menschen mit Lernschwierigkeiten, ihre Angehörigen und UnterstützerInnen hinsichtlich des Potentials (assistierender) Technologien
  • zum Einsatz personenzentrierter Technologie im Unterstützungsalltag und
  • zu unabhängiger Information und Beratung für Menschen mit Lernschwierigkeiten und ihre Angehörigen bezüglich bedarfsgerechter (assistierender)Technologie

 

Wir haben uns aber auch neue Schwerpunkte in diesem Projekt gesetzt. So möchten wir unser Augenmerk stärker auf die Nutzung von Alltagstechnologien lenken, besonders auf Peer-Ansätze für Fortbildung und Technologieentwicklung sowie Zusammenarbeit mit KlientInnen bei der Integration von Technologie in den Unterstützungsalltag achten.

Die Projektfinanzierung ermöglicht uns, drei Organisationen zu besuchen, die sich international einen Namen gemacht haben für ihre innovativen und erfolgreichen Modelle im Zusammenhang mit personenzentrierter Technologie. Sie bieten mehr als 40 TeilnehmerInnen maßgeschneiderte Trainings zu den von uns gewünschten Schwerpunkten.

Bei PIKSL in Deutschland interessiert uns, wie sie über Peer-Schulungen und offene Treffpunkte Menschen mit Lernschwierigkeiten dabei unterstützen, Alltagstechnologie stärker zu nützen.

Saint John of God Community Services in Irland bindet Menschen mit Lernschwierigkeiten intensiv in Planung, Entwicklung und Umsetzung von technologiebasierter Unterstützung ein und hat dafür spezielle Methoden entwickelt, z.B. für persönliche Zukunftsplanung und der Selbstvertretung.

KVPS in Finnland erbringt Dienstleistungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten, ist ein wichtiger Motor für innovative Ansätze und großer Schulungsanbieter in Finnland. Sie stellen für uns ein Programm mit mehreren finnischen Best-Practice Organisationen zusammen, das all unsere Schwerpunkte abdeckt. Dazu gehört auch ein inklusiver Forschungsansatz, bei dem TechnologieentwicklerInnen mit Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten, um die Brauchbarkeit und barrierefreie Nutzbarkeit von Produkten zu erhöhen.

Da Peer-Ansätze und inklusive Methoden wichtige Schwerpunkte für uns sind, nehmen Menschen mit Lernschwierigkeiten an den Trainings teil, gewinnen Erfahrungen aus erster Hand, können sich in die Organisationsentwicklung einbringen und Peer-Aufgaben übernehmen.

Unsere Lernerfahrungen wollen wir unter anderem für die Gestaltung von Lernumfeldern, Trainingsmethoden und –materialien  für Menschen mit Lernschwierigkeiten nutzen. Wir möchten KlientInnen darin schulen, als Peer-TrainerInnen für die Nutzung von Alltagstechnologien zu arbeiten sowie ihre Wünsche und Bedürfnisse in die Technologieentwicklung einzubringen. Dazu gehört natürlich auch Bewusstseinsbildung und Schulung auf Seiten der ForscherInnen. Wir werden Methoden und Werkzeuge anpassen und einführen, die eine starke Einbindung der KlientInnen in Planung und Gestaltung technologiebasierter Unterstützung ermöglichen.

Damit können wir wichtige Entwicklungen anstoßen zum Abbau der digitalen Kluft sowie zur gleichberechtigten Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten in einer von Technologie geprägten Welt.


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