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5. Mai:

Mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in Krisenzeiten

Anlässlich des „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ am 5. Mai zeigten Lebenshilfe Österreich, Österreichischer Behindertenrat und Behindertenanwaltschaft in der heutigen Pressekonferenz die Probleme von Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise auf. 

Eines wurde in der Krise besonders deutlich: die Unsichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen. In Österreich leben 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen – sie sind mitten im Geschehen und werden trotzdem übersehen. Lebenshilfe-Präsident Germain Weber: „In den letzten sieben Wochen beobachteten wir einen neuen Ausschluss von Menschen mit Behinderung in gesellschaftlichen Entwicklungen. Menschen mit Behinderungen wurden in den Kreisen, die diese Entscheidungen vorbereitend begleitet haben, einfach vergessen.

Hürden im Corona-Alltag

Die vergangenen Wochen waren für die Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen, aber auch die Mitarbeiter*innen in der Lebenshilfe eine sehr herausfordernde. Guido Güntert, Geschäftsführer der Lebenshilfe Salzburg: „Wir haben eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, die wir begleiten und deren Angehörigen, aber natürlich auch gegenüber unseren Mitarbeiter*innen. Die sofort getroffenen Schutzmaßnahmen zeigten Wirkung und es kam bisher zu keiner Ansteckung mit dem Corona-Virus an einem unserer Standorte“. Aber die Corona-Zeit zeigt auch, dass Krisen oft Ungleichheiten und Ausgrenzungsmechanismen verstärken. In Salzburg haben sich die Träger der Behindertenhilfe ab dem 16.3.2020 mit dem Land Salzburg koordiniert, so dass letztlich gemeinsam erreicht werden konnte, dass für den Fall einer (möglichen) Infektion eine Sondereinrichtung im Bundesland eingerichtet wurde.  Was aber deutlich sichtbar wurde, sind die ungleichen Vorgehensweisen in den einzelnen Bundesländern, bedingt durch die föderale Struktur in Österreich. 

Forderungen an die Politik

Gerade in Hinblick auf den 5. Mai, muss – dringender denn je – auf die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen geachtet werden.  Erich Girlek, Selbstvertreter und in der Lebenshilfe Salzburg tätig, fordert: „Der Grundsatz der Selbstvertretung „Nichts über uns ohne uns“ muss auch in Krisenzeiten gelten. Deshalb müssen Menschen mit Behinderungen in den Krisenstäben eingebunden werden. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Die Einrichtungen sind dabei, aber nicht die Experten in eigener Sache!“ Und weiter: „Es wird noch schwieriger für Menschen mit Lernschwierigkeiten einen Job am ersten Arbeitsmarkt zu bekommen. Ich fordere die Bundesregierung auf, hier ein Konzept vorzulegen.“

Guido Güntert: „Was wir dringend brauchen ist die Sicherheit in der Erbringung unserer Dienstleitungen durch bundeseinheitliche Richtlinien! Auf Landesebene gibt es hier in Salzburg schon eine gute Kooperation. Von Seiten der Landesregierung wurde uns versichert, dass das Land Salzburg keinen Träger in dieser Krise – eben auch was die finanzielle Absicherung anbelangt – im Stich lassen wird!“

 

Die gesamten Medien-Unterlagen zur Pressekonferenz finden Sie unter 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200504_OTS0060/pressekonferenzmehr-sichtbarkeit-von-menschen-mit-behinderungen-in-krisenzeiten

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