Wie barrierefrei ist der Salzburger Zoo?

Ein beliebtes heimisches Ausflugsziel in Salzburg ist der Zoo. Vieles ist dort auch für Menschen mit Beeinträchtigungen sehr gut erreichbar und erlebbar. Aber wie barrierefrei ist der Zoo wirklich?

Sepp Forcher – bekannt für seine Ausflugstipps – machte sich mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung auf, um den Zoo unter dem Gesichtspunkt „Barrierefreiheit“ zu besuchen.

Auch für den Zoo ist die „Begehung“ interessant. Für Rollstuhlfahrer wurde vieles barrierefrei gestaltet, Behindertentoiletten sind vorhanden und das Restaurant für alle gut zugänglich. Aber wie sieht es mit Menschen aus, die eine Lernbehinderung haben oder schlecht sehen?

Die ExpertInnen in dieser Sache sind die Menschen mit Beeinträchtigungen. Gemeinsam mit Sepp Forcher sind sie sich einig: Barrierefreiheit bringt Vorteile für alle. Auch ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, oder eine Sehschwäche haben, profitieren davon.

Vieles ist barrierefrei, manches ist nicht umsetzbar

„Ich kann die Tiere riechen und hören, aber toll wäre es, wenn ich auch die Informationen dazu hören könnte“, wünscht sich Heidi Weickl, eine Frau mit starker Sehbehinderung. Ein Wunsch, der in dieser Form nur schwer erfüllbar ist. „Eine Sprachausgabe bei jedem Tiergehege oder Audio-Guides sind einfach nicht finanzierbar. Aber wir bieten für Kleingruppen Spezialführungen an, wo es darum geht ein Fell oder eine Tierhaut anzufassen und mit allen Sinnen zu begreifen, erklärt Zoo-Geschäftsführerin Mag. Sabine Grebner.

Christian Böer ist zwar mobil und sehr selbständig, hat aber eine Lernschwäche und kann nicht lesen und schreiben. Die Tafeln im Zoo sind gut bebildert, doch eine Sprachausgabe wäre auch für ihn hilfreich.

Eine Barriere ist für E-Rollstuhlfahrer Vinko Nadjek unüberwindbar: Der Eingang zum Tropenhaus ist einfach zu schmal. Positiv bemerkt Herr Nadjek, dass sonst alle Tiere auch aus der Sicht des Rollstuhlfahres gut gesehen werden können.

Die interessante Führung unter der sensiblen Leitung von Sepp Forcher und den fachkundigen Ausführungen von Frau Mag. Grebner endet bei der Steigung zum Afrikabereich. Nach anfänglicher Skepsis überwinden die beiden Rollstuhlfahrer die Steigung mit Bravour.

Ziel ist eine inklusive Gesellschaft

Das Jahr 2011 steht für die Lebenshilfe Salzburg ganz im Zeichen der Barrierefreiheit. Hintergrund ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich 2009 unterzeichnet hat und in der das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Teilhabe in der Gesellschaft (Freizeit, Schule, Arbeit, Wohnen…) verankert ist. Die Beseitigung von Barrieren ist ein erster Schritt zu einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen von Anfang an gleichberechtigt, also ohne soziale Ausgrenzung und Barrieren, leben.

Foto: Claudia Zeber, Christian Böer,  Natalia Sarajlic, Heidi Weickl, Sepp  Forcher, Sabine Grebner (Zoo), Vinko Najdek, Wolfgang Huemer (Präsident Lebenshilfe Österreich)

Wie barrierefrei ist der Salzburger Zoo?
Salzburg Heute, Sendung vom 22.3.2011



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