Lebenshilfe: Kürzung von Integrationsstunden nicht akzeptierbar

Die Diskussion um die Kürzung von Lehrerstunden in Integrationsklassen ist ein Widerspruch zur von Österreich im Jahr 2008 unterzeichneten UN-Behindertenrechtskonvention und kann so nicht hingenommen werden. In der Konvention ist in Artikel 24 das „Recht auf inklusive Bildung“ festgehalten. Derzeit werden in Österreich etwa die Hälfte aller SchülerInnen mit intellektueller Beeinträchtigung an allgemeinen Schulen unterrichtet, die andere Hälfte an Sonderschulen. Im Gegensatz zur Steiermark, wo über 80 % der SchülerInnen mit Beeinträchtigung schon integriert sind, findet sich Salzburg diesbezüglich mit 52 % im unteren Mittelfeld wieder.

Eine Kürzung der Integrationsstunden geht auf Kosten jedes einzelnen Kindes und wird Eltern nicht von einem inklusiven Schulmodell für alle Kinder überzeugen“, erklärt Wolfgang Huemer, Präsident der Lebenshilfe Salzburg.

Die Lebenshilfe Salzburg unterstützt daher die Elternverbände in der Forderung zumindest nach dem Erhalt der jetzigen Ressourcen, denn: gemeinsames Lernen schafft die Grundlagen für gemeinsames Leben. Die Lebenshilfe Österreich hat ein Modell für eine gemeinsame Schule für alle Kinder erarbeitet, in der auch das große Wissen der Sonderschulpädagogen in die allgemeine Schule einfließen soll.

Uns ist bewusst, dass dieser Weg noch weit ist. Aber jetzt sogar das bereits Erreichte durch eine Verschlechterung der Bedingungen in Frage zu stellen ist nicht zu akzeptieren, so Huemer: Der politische Wille allein reicht nicht aus, Taten müssen folgen.

Dass Inklusion im besten Fall sogar Ressourcen einsparen kann, beweist die letzte Woche veröffentlichte Studie von Oliver König, Institut für Bildungswissenschaften der Uni Wien. Was die Studio beispielsweise ergab: Sonderschülern wird zum Ende ihrer Schulkarriere häufig zum Wechsel in eine Behinderten-Werkstätte geraten, Integrationsschülern wird häufig empfohlen, es mit einer beruflichen Unterstützungsmaßnahme zu versuchen. Und das, obwohl der Werkstättenbetrieb teurer ist, als Integration auf dem Arbeitsmarkt. Umso wichtiger die Forderungen der Lebenshilfe Salzburg, die sich für eine inklusive Gesellschaft stark macht: Behindertenpolitik muss Querschnittsmaterie werden, die alle Lebensbereiche umfasst.



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