Lebenshilfe auf der Schranne: ein Bild sagt mehr als tausend Worte

 Was bedeutet ein Leben ohne Hindernisse für Menschen mit geistiger Behinderung? Diese Frage stand heute im Mittelpunkt aller Aktionen, die die Lebenshilfe österreichweit und die Lebenshilfe Salzburg im ganzen Bundesland am 5. Mai, dem europaweiten „Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen“ veranstaltete. Die Lebenshilfe hat diesen Tag zum „Tag der Inklusion“ ausgerufen.

Aktion auf der Schranne

Über 20 SelbstvertreterInnen waren heute, am 5. Mai, auf der Schranne unterwegs, um auf Barrieren, mit denen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung konfrontiert sind, aufmerksam zu machen. Konkret wurde den Schrannen-Besuchern ein Schild mit chinesischen Schriftzeichen gezeigt, mit der Frage, ob sie das lesen können. Die Auflösung gab es auf der Rückseite mit einem international gebräuchlichen Piktogramm: Dem Zeichen für Behindertenparkplatz. Mit Ausnahme eines chinesischen Touristenpaares konnte niemand die Schriftzeichen lesen. Genauso geht es vielen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung im Alltag.

Als Belohnung fürs Mitmachen konnten sich die Schrannen-Besucher Buttons mit verschiedenen Symbolen aus dem Alltag aussuchen. „Da würden schon alle profitieren, wenn alles leichter zu lesen wäre“, resümiert eine an der Aktion interessierte Passantin.

Guido Güntert, Geschäftsführer der Lebenshilfe Salzburg: „Mit der Aktion haben wir es geschafft, auch einmal auf die Hindernisse, mit denen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung im Alltag konfrontiert sind, aufmerksam zu machen. Denn: eine Rollstuhlrampe macht noch keine barrierefreie Gesellschaft!“

Warum ein Aktionstag?

Menschen mit geistiger Behinderung wollen erreichen, dass sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dieses Recht ist auch in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben, die Österreich unterzeichnet hat. Die meisten Menschen denken bei Barrieren nur an bauliche Hindernisse. Schwierige Sprache und komplizierte Beschreibungen stellen für Menschen mit Lernschwierigkeiten genauso eine Barriere da, wie für Menschen im Rollstuhl eine Treppe. Barrieren sind aber auch Vorurteile oder Einstellungen, die an einer gleichberechtigten und selbstverständlichen Teilhabe an der Gesellschaft – an Inklusion - hindern.

Mit dem Aktionstag am 5. Mai wollen wir auf vielfältige Weise auf diese Barrieren aufmerksam machen.

 

Foto1: Schrannen-Besucherin wird von Bettina Leberbauer, Leo Hierzer und Lebenshilfe Geschäftsführer Guido Güntert über Inklusion informiert.



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